Planarien beseitigen ohne Chemie

von Kerstin | Planarien | Trackback | am 15. Apr 2008 um 20:26

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Wer Zwerggarnelen in seinen Aquarien pflegt, der kennt dieses leidige Problem – Planarien. Und immer wieder wird, besonders in den Internet-Foren danach gefragt, wie man sie beseitigen könne.

Die Frage, die ich stelle ist: muss man sie überhaupt beseitigen?

Diese Frage wird allerorts viel diskutiert und die Ansichten gehen oft weit auseinander. Die Planarien werden so z. B. oft mit ausbleibendem Nachwuchs in Verbindung verbracht. Ob die Planarien den Garnelen wirklich gefährlich werden können, muss ich dahin gestellt lassen. Ich selbst habe noch keine solchen Erfahrungen gemacht und selbst in Becken mit sehr vielen Planarien habe ich regelmäßig Garnelennachwuchs. Einige Aquarianer sollen schon beobachtet haben, dass sich Planarien regelrecht auf die Garnelen haben fallen lassen oder sich ihnen an die Schwimmbeine geheftet haben. Ich habe solche Beobachtungen noch nicht machen können, und ob die Planarien dabei einen Schaden anrichten, ist auch noch nicht sicher geklärt.

Das Einzige, das ich erlebt habe, ist, dass eine Garnele, die sich neben der Futterstelle gehäutet hat, von Planarien gefressen wurde. Allerdings weiß ich nicht, ob die Planarien für den Tod der Garnele verantwortlich waren oder ob die Garnele durch die Häutung verstorben war und erst dann von den Planarien als Nahrung erkannt wurde.

Eins kann ich aber mit Sicherheit sagen: besonders schön sieht ein Garnelenbecken mit Planarien nicht aus.

Für denjenigen, der also die Planarien beseitigen möchte, gibt es ein Standard-Mittel, nämlich den Wirkstoff Flubendazol, den es in Form von Pulver oder Gel mit dem Namen „Flubenol“ beim Tierarzt erhältlich ist. Der neueste Schrei auf dem Markt ist seit Kurzem das „Panacur“.

Es gibt aber immer wieder Aquarianer wie mich, die nach chemielosen Alternativen Ausschau halten. So hat z. B. Bernd Kaufmann auf seiner Homepage www.aquamax.de eine Planarienfalle beschrieben, die aber m. E. nur für Fischbecken, nicht aber für Garnelenbecken geeignet ist.

Mir hat der Zufall eine andere Möglichkeit beschert. Mit dieser kann man zwar die Planarien nicht vollständig beseitigen, ihre Zahl jedoch auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Was ist das nun?

Zwar ernähre ich meine Garnelen zu einem großen Teil mit natürlicher Kost, aber einge handelsübliche Futtermittel benutze ich zusätzlich. So z. B. die roten Mini-Wafers der Fira Tropical. Als ich vor einigen Tagen in meine beiden Red-Fire-Becken einige dieser Futtertabletten geworfen hatte, sah ich nach wenigen Minuten, dass sie aussahen wie ein Schneeball aus Planarien. Schnell holte ich einen entsprechend dicken Schlauch, durch den der „Ball“ ungehindert hindurch passte, und saugte diesen mit einem kurzen sog ab. Im Eimer angekommen hatten alle Planarien losgelassen und lagen am Boden, so dass ich die Anzahl auf eine dreistellige schätzen konnte. Nachdem ich diese Prozedur noch einmal wiederholt hatte, sah es im Becken schon viel besser aus. Mit etwas Geduld ist man sicherlich in der Lage, auf diese Weise den größten Teil der Planarien völlig chemiefrei aus dem Becken zu entfernen.

Ob diese Methode nun auch mit anderen Futtertabletten funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert. Allerdings denke ich, dass es nur mit solchen Tabletten funktionieren dürfte, die über einen längeren Zeitraum formstabil bleiben und nicht nach wenigen Minuten zerfallen.

Probiert es einfach aus!

Herzlichst
Henry Wollentin

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