Kauf

von Kerstin | | am 27. Jan 2007 | 0 Kommentare »

Wenn ich die mich erreichenden E-Mails auswerte oder einfach mal quer in diversen Foren lese, häufen sich immer mehr die Bitten zur Identifizierung diverser Tiere – hier vor allem Krebse, direkt gefolgt von Hilferufen zu Themen wie:

- “Hilfe, mein Krebs frisst meine Fische!”
“Mein Krebs trägt Eier, ich hab aber doch ein Männchen gekauft!”
- “Ein Großteil meiner Pflanzen ist aufgefressen worden!”
- “Habe mir spontan einen Krebs gekauft, wie richte ich das Becken ein?”

Diese Liste könnte man unendlich weiterführen (auch auf andere wirbellose Arten bezogen).

Mich irritieren diese Fragen in der heutigen Zeit des Internets ein wenig. Ich persönlich finde diese Art, sich ein Tier anzuschaffen ärgerlich und ja, es zeugt meiner Ansicht nach auch nicht unbedingt von Verantwortung den Tieren gegenüber, die wir pflegen.

Warum immer sofort einen Krebs (o. ä.) kaufen, wenn ich ihn in einem Geschäft sehe, ohne mich vorher über das Tier zu informieren? Oftmals reicht die Information vom “Fachhändler“ leider nicht aus oder ist vollkommen falsch. Ich denke alle, die sich in diversen Foren bewegen, haben dieses auch schon zur Kenntnis genommen. Ich persönlich mache dem Händler um die Ecke hier gar keinen Vorwurf, die Wirbellosenhaltung steckt in einigen Bereichen noch in den Kinderschuhen und dieses Thema ist für viele noch Neuland.

Aber nun frage ich, wozu gibt es denn diese zahlreichen Foren? Warum so oft die Fragen NACH dem Kauf von Tieren stellen? Jeder hat doch die Möglichkeit, sich VORHER über eine bestimmte Art zu informieren? Das Tier wird doch sicherlich einige Tage später auch noch zum Verkauf stehen.

Es gibt unter www.wirbellose.de eine so große Datenbank, in der man mit etwas Aufwand wirklich fast jeden handelsübliche(n) Krebs, Garnele, Krabbe identifizieren kann – BEVOR ich mir das Tier kaufe. Denn nur so hat man doch die Möglichkeit zu prüfen, ob man den Pflegeansprüchen (Beckengröße, Wasserwerte, Vergesellschaftung) überhaupt gerecht werden kann und bleibt so vor evtl. Enttäuschungen durch Haltungsfehler doch bewahrt. Dieses sollte doch im eigenen Interesse und nicht zuletzt im Interesse des Tieres liegen.

So oft werden Fragen zu Beckengröße, Verhalten, Wasserwerte usw. gestellt, wenn das Tier schon da ist. Warum nicht anders vorgehen, wenn ich ein Tier zufällig im Fachhandel sehe:

  • erste Informationen beim Händler einholen
  • evtl. ein Foto vom Tier machen (im Handyzeitalter möglich) und sich den Namen notierten (ich weiß ja selbst wie das ist, kaum ist man zu Hause und man weiß nicht mehr, welcher Name am Becken geklebt hat)
  • das Tier erstmal da lassen wo es ist
  • Informationen über Haltungsbedingungen, Verhalten einholen (Datenbank, Foren)
  • die Informationen für mich selbst auswerten und entsprechend das “Für und Wider” gegenüber stellen und dann entscheiden, ob ich dem Tier eine einigermaßen artgerechte Haltung bieten kann.

So würden ganz bestimmt einige “Hilferufe” gar nicht mehr auftreten. Es geht mir hierbei nicht darum, Informationen zu einer Art bis ins kleinste Detail zu recherchieren, aber grundsätzliche Dinge zur Haltung diverser Arten sollten doch schon in Erfahrung gebracht werden…

….und das VOR dem Kauf der neuen Pfleglinge!


Eine optimale Ansicht habt ihr mit dem Firefox.

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