Krebse

von Kerstin | | am 27. Jan 2007 | 0 Kommentare »

Kleine Zwergkrebsarten können schon in Becken am 54 Liter gehalten werden. Auch wenn es immer mal wieder die Empfehlung gibt, ein 12 Liter Becken reicht für ein Pärchen aus. Meiner Meinung nach, haben die Tiere hier nicht ausreichend die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen. Kleinere Becken sollte man zur Pflege von Zwergkrebsen auf Dauer aber nicht einsetzen. Zudem sollte man daran denken, dass sich Zwergkrebse auch sehr gut vermehren, da ist ein kleines Becken sehr schnell voll. 25 Liter für eine kleine Zwergkrebsart wäre vielleicht noch zu vertreten. Aber hier sollte dann regelmäßig Nachwuchs abgegeben werden.

Anders sieht es bei den größeren Flusskrebsarten aus! Hier fallen die Beckengrößen schon etwas größer aus. Man sollte sich vor Augen halten, einige dieser Tiere erreichen im Durchschnitt schon Endgrößen von 12 – 15 cm. Meiner persönlichen Meinung nach gehören diese Tiere bei Paarhaltung in Becken ab ca. mindestens 80 Liter (je nach Art und zu erwartende Endgröße auf jeden Fall noch größere Becken!).

Diverse Empfehlungen z. B. Allenis ohne Probleme in einem 54er Becken zu halten, halte ich persönlich als nicht empfehlenswert (auch Einzeltiere nicht).

Ein 54er Becken, welches man oftmals als Komplettset im Angebot bekommt, eignet sich sehr gut für Zwergkrebse.

Bei der Einrichtung sollte man darauf achten, genug Rückzugmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Gut eignen sich dafür Welshöhlen. Der Durchmesser sollte so gewählt werden, 54_aquarium.jpgdass die Krebse gerade so hinein passen. Nach meinen Beobachtungen werden Höhlen mit nur einer Öffnung besser angenommen.

Steinaufbauten, Moorkienwurzeln, Bambus (unbehandelt) oder ähnliches werden auch gerne als Versteckplatz gewählt.

Bei der Filterauswahl sollte man an den evtl. zukünftigen Nachwuchs denken! Fast jeder Innenfilter muss gesichert werden, damit sich der Nachwuchs nicht in ihm verläuft! Einfach einen Nylonstrumpf über den Filter ziehen. Der Nachteil liegt dann leider bei der schnellen Reduzierung der Durchflussmenge, da sich der Strumpf recht schnell zu setzt. Diese beste Alternative ist der Hamburger Mattenfilter. Einige Halter nutzen Filter aus Schaumstoff, die mit einer Membranpumpe betrieben werden.

Als Bodengrund kann Kies oder Sand eingesetzt werden, dies ist lediglich eine Geschmackssache. Schöne farbige Krebse kommen auf dunklem (schwarzen) Kies richtig schön zur Geltung (hier sollte aber beachtet werden, dass kunststoffummantelter Farbkies im Verdacht steht, “Giftstoffe” an das Wasser abzugeben, was für Wirbellose zum Tod führen kann). Bei der Wahl der Pflanzen ist freie Auswahl angesagt, da Zwergflusskrebse kein Interesse an Pflanzen haben und diese verschonen.

Flusskrebse – wie viele Procambarus-Arten – sagen oft nicht nein zu Pflanzen. Oftmals wird ein Pflanzenbestand bis auf “Null” reduziert. Einige Krebshalter bekommen dieses Problem scheinbar durch das Anbieten von Erbsen und Gemüse in den Griff. Meine Krebse essen sehr gerne Erbsen, dies hält sie aber nicht davon ab, auch die Pflanzen als Zwischenmahlzeit zu fressen.

Ich denke, wenn man großen Wert auf Pflanzen legt, sollte man sich vorher sehr gut über die jeweilige Krebsart informieren!

Bei Zwergflusskrebsen, wie z. B. CPO’s oder Shuffels, sollten jedochcpo.jpg
auch viele feinfiedrige Pflanzen eingesetzt werden, die bis zur Wasseroberfläche ragen. Ich habe in meinen Becken viel Cabomba, Nixkraut und Hornkraut. Krebse klettern für ihr Leben gern und suchen auf den Pflanzen Schutz z. B. nach der Häutung.

Zu der Anschaffung neuer Pflanzen ist noch folgendes zu sagen:
Neu erworbene Pflanzen sind oftmals extrem überdüngt. Da Krebse -genauso wie Garnelen- empfindlich auf geringe Spuren von Schwermetallen (z. B. Kupfer) reagieren, sollte man neue Pflanzen immer erst eine längere Zeit vorher – separat vom eigentlichen Becken – wässern, bevor sie in das eigentliche Becken kommen!

laub.jpgLaub (Eichen-, Buchenlaub, Seemandelbaumblätter) sollte auch in einem Krebsbecken nicht fehlen! Ich übergieße das Laub kurz mit heißem Wasser und gebe es dann ins Becken.

Hier sind einige geeignete Laubarten aufgeführt.

Hohe Nitritwerte haben auf Krebse keine Auswirkung. Der Sauerstofftransport erfolgt durch Haemocyanin (nicht wie bei Wirbeltieren durch das Hämoglobin), daher gibt es auch bei hoher Nitritnachweisbarkeit keine Probleme bei der Sauerstoffaufnahme.

Krebse können jedoch unter bestimmten Bedingungen auf Ammoniak sehr empfindlich reagieren. In neu eingerichteten Becken (vor dem Nitritpeak) kann es – bei PH-Werten über 7,0 – zu schädlichen Konzentrationen des Ammoniaks kommen.

Ich empfehle trotzdem, immer einen Nitritpeak abzuwarten (soweit Zeit dazu ist) und erst danach langsam die Krebse einzusetzen.

Beim Umsetzen sollte man sich viel Zeit nehmen und die Tiere langsam an die neuen Wasserverhältnisse gewöhnen. Dabei sollte man sie nicht nur an die Wassertemperatur gewöhnen, sondern das Transportwasser langsam, sehr langsam mit dem eigentlichen Aquarienwasser verschneiden. Einige machen dieses durch einen dünnen Schlauch (mit entsprechender Klemme) tröpfchenweise.

exuvie_cpo.jpgNach der Häutung die Haut (Exuvie) nicht aus dem Becken nehmen! Die Exuvie wird von den Tieren komplett aufgefressen, sie beinhaltet wichtige Nährstoffe. Der Krebs ist nach der Häutung sehr wacklig auf den Beinen, er ist kaum in der Lage zu Laufen. In dieser Phase nennt man ihn auch “Butterkrebs”.

Der Flusskrebs hat die Fähigkeit Gliedmaßen (Scheren, Beine, Antennen)gliedmasen.JPG
wieder
nachzubilden. Bei älteren Tieren kann der Körperteil jedoch nicht mehr die ursprüngliche Größe erreichen. Bei jungen Krebsen, die sich noch oft häuten, erkennt man später in der Regel keinen Unterschied mehr.

Futterliste:

erbse-cpo.jpgLaub (Eiche, Buche, Seemandelbaum), getrocknete Brennnessel, Salatgurke, Möhren, Erbsen, Mais, Schnittbohnen, Tomaten, rohe Nudeln, gekochter Reis, Paprika, Zucchini, Kiwi, Hokkaido-Kürbis (getrocknet), Spargel, Kartoffeln, Frostfutter, Lebendfutter, Kaninchenpellets (ohne Zugabe von Kupfer), Flockenfutter.

Hier gibt es noch einige Tipps zum Futter.

Gemüse übergieße ich vorher mit heißem Wasser oder schäle es.

Nicht gefüttert werden sollte:

Petersilie, Laub vom Bambus, frischer Spinat – gegen tiefgekühlten Spinat ist scheinbar nichts einzuwenden.nudel_cpo_.jpg

Stärkehaltiges Futter wie z. B. Kartoffeln oder Nudeln sollte nicht zu lange im Wasser bleiben, es kann dieses stark belasten. Aber auch beianderem Futter sollte immer geschaut werden, dass in kleinen Mengen gereicht wird und somit schnell aufgefressen ist.

Weitere Informationen zum Thema Krebse findet ihr hier.

Erfahrungsberichte hier.



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