Floridakrebs

Procambarus Alleni – “blauer” Floridakrebs
Herkunft: Florida
Wird im Handel oftmals fälschlicher Weise unter dem Namen: blauer Florida”hummer” angeboten.
Diese Art kommt, wie der Name es schon sagt, aus Florida.
Die Stammform ist bräunlich gefärbt. Die blaue Farbe ist auf einen genetischen Enzymdefekt zurückzuführen, der rezessiv vererbt wird. Die Stärke der Blaufärbung kann von Tier zu Tier variieren, je nach Alter der Tiere oder Häutungszustand.
Geschlechtsunterschied
Das Weibchen wird mit bis zu 10 cm größer als das Männchen (ca. 8 cm).

Die Scheren des männlichen Tieres sind länger und spitzer als die des Weibchens, welches eher kurze, dafür wuchtigere Scheren trägt (siehe Foto). Zudem ist das Männchen an den Begattungsgriffeln (Gonopoden) zu erkennen.
Bei der Paarung wirft das Männchen das Weibchen auf den Rücken und hält es
mit seinen Scheren fest, damit es selbst nicht verletzt werden kann. Bei mir hat es bisher immer ca. 2 – 3 Wochen gedauert, bis das Weibchen Eier getragen hat. Aber dieses dürfte auch von dem jeweiligen Weibchen abhängig sein, ob es evtl. etwas länger oder kürzer dauert. Es ist vollkommen normal, wenn das Weibchen ab diesem Zeitpunkt verschwindet und sich ein sicheres Versteck sucht.
Man wird sie nur selten während der Zeit des Eier tragens zu Gesicht bekommen. Nach ca. 3 – 4 Wochen werden dann die ersten Larven schlüpfen. Das Verlassen des Muttertieres ist recht unterschiedlich. Es kann einige Tage in Anspruch nehmen, bis wirklich alle Jungtiere die Mutter verlassen haben.
Die Elterntiere stellen
dem Nachwuchs nicht nach. Ich konnte bisher einmal beobachten, wie sich das Männchen ein frisch gehäutetes Jungtier geschnappt hat, aber ich denke dieses ist ihm regelrecht in die Scheren geschwommen.
Der Nachwuchs wächst recht unterschiedlich heran. Ich habe Tiere die
sind nach kurzer Zeit schon 5 cm groß und andere haben gerade mal 2 cm erreicht. Ich denke, dies liegt einmal am unterschiedlichem Schlupfzeitpunkt und die unterschiedliche Menge an Futter die aufgenommen wird.
Außerhalb unserer Aquarien ernährt sich der Floridakrebs hauptsächlich von Detritus. Daher sagen die Tiere auch nicht “Nein” zu Pflanzen. Viele Halter versuchen durch die Reichung von Erbsen und anderem Gemüse den Verlust in Grenzen zu halten. Bei mir haben sie nach ca. 4 Monaten Geschmack an den Pflanzen gefunden (obwohl ich auch regelmäßig Gemüse füttere) und so gut wie alles was nur irgendwie grün aussah aufgefressen. Die Pflanzen, die scheinbar nicht geschmeckt haben, wurden ausgegraben und die Wurzeln verzehrt.
Diese Krebsart würde ich nicht für ein schön bepflanztes Gesellschaftsbecken empfehlen. Davon abgesehen, kann es bei der Vergesellschaftung mit Fischen auch Verluste geben. Wenn ein Fisch nicht aufmerksam genug ist oder dem Alleni in die Scheren schwimmt, sagt er nicht nein zu diesem abwechslungsreichen Lebendfutter.
Hier wäre ein Krebsartenbecken (wie auch bei anderen größeren Flusskrebsarten) optimal.
Männchen lassen sich schlecht zusammen vergesellschaften, sie sind recht aggressiv untereinander. Bei Weibern gibt es keinerlei Probleme.
Auch wenn ein 54er Becken auf einigen Seiten als ausreichend deklariert wird, nach den ersten Häutungen und entsprechendem Wachstum der Tiere, sehe ich dieses aber als zu klein an. Spätestens wenn sich der erste Nachwuchs einstellt (oftmals eine größere Anzahl), wird das Becken überfüllt sein. Ich halte ein Pärchen in einem 80 x 40 x 30(L x T x H) Becken (knapp 100 L) und bei dieser Größe wird es schon knapp wenn Nachwuchstiere mit im Becken sind.
