Procambarus Alleni sp. blau – blauer Floridakrebs

In meinen Augen handelt es sich bei dem Procambarus Alleni um einen schönen “Anfängerkrebs”. Die Tiere leben alles andere als versteckt und bei der Haltung eines Pärchens lässt die Vermehrung nicht lange auf sich warten.
Die Tiere werden beim Aqua-Händler oftmals als blauer Florida-Hummer angeboten. Ein Hummer lebt jedoch im Salzwasser und bei dem Alleni handelt es sich um einen Süßwasser-Flusskrebs.![]()
Die Weibchen werden mit 10 cm etwas größer als die Männchen (8 cm) – ohne Scheren. Die Scheren des männlichen Tieres sind länger und spitzer als die des Weibchens, welches eher kurze, dafür wuchtigere Scheren hat. Zudem ist das Männchen an den Begattungsgriffeln
(Gonopoden) zu erkennen. Bei Jungtieren kann das Geschlecht ab einer Größe von ca. 3 cm bestimmt werden.
Zu Anfang habe ich ein Pärchen in einem 54er Becken gehalten. Dieses ist aber recht schnell in ein 100er Becken umgezogen. Meiner Ansicht nach, ist die Haltung von zwei Tieren in einem 60 cm Becken nicht so das Optimale. Wenn man hier Versteckmöglichkeiten (Steinaufbauten, Höhlen, Wurzeln) u. ä. abzieht, bleibt nicht viel an Bewegungsfreiraum bzw. Ausweichmöglichkeiten, sobald die Endgröße erreicht ist. Wenn sich der erste Nachwuchs einstellt, wird ein solch
kleines Becken “platzen”. Ein Einzeltier findet sicherlich in einem 54 Liter Becken Platz. Hier wäre ich dann aber mit der Vergesellschaftung anderer Aquarienbewohner vorsichtig, es kann sicherlich eher zu Ausfällen kommen, als in einem entsprechend größerem Becken.
Das Becken sollte mit einer guten Filterung ausgestattet werden, Flusskrebse machen nicht gerade wenig “Dreck” und es sollte auf ausreichende Sauerstoffversorgung geachtet werden. Beheizt habe ich das Becken nicht zusätzlich, die Tiere halte ich bei Zimmertemperatur (ca. 20 Grad).
Außerhalb unserer Aquarien ernährt sich der Floridakrebs hauptsächlich von Detritus. Daher ist das mit Pflanzen so eine Sache. Einige Halter füttern die Tiere mit viel Gemüse (z. B. Erbsen, Möhren) und halten sie so von dem
Pflanzenbestand ab. Meine Tiere haben nach einigen Monaten angefangen, alles was auch nur grün aussah zu fressen. Was scheinbar nicht geschmeckt hat, wurde ausgegraben und die Wurzeln aufgefressen. Meine Allenis erhalten auch regelmäßig Gemüse, hat sie aber nicht davon abgehalten, den kompletten Pflanzenbestand zu zerstören. Überschüssiges Hornkraut, Javamoos oder Cabomba gebe ich ins Becken und nach ca. 4 Tagen ist alles verputzt.
Ich habe die Tiere zusammen mit Red Fire und Amanos vergesellschaftet. Hier kann ich keine Ausfälle bei den Garnelen beobachten. Auch aktives Jagen hat sich nicht eingestellt. Bei der Vergesellschaftung mit Fischen, hat es bei einigen Haltern wohl Ausfälle gegeben. Hier kommt es sicherlich auch auf die Beckengröße (Ausweichmöglichkeit) an. Man sollte sich vor Augen halten, wenn einem Alleni ein Fische in die Scheren schwimmt, wird er ganz bestimmt nicht “Nein” zu diesem abwechslungsreichen Lebendfutter sagen.
Bei der Fütterung sollte man auf abwechslungsreiche Kost achten. Hier aber nicht zu viel nahrhaftes bzw. tierisches Eiweiß füttern. Unter Umständen kann es dadurch zu Häutungsproblemen kommen. Eine ordentliche Portion Laub sollte in keinem Krebsbecken fehlen! Ich füttere die Tiere 1 – 2 x die Woche, ansonsten ernähren sie sich bei mir hauptsächlich von dem angebotenen Laub.
Bei der Paarung schmeißt das Männchen das Weibchen auf den Rücken und hält sie mit den Scheren fest, damit es selbst nicht verletzt werden kann. Bei mir hat es bisher immer ca. 2 Wochen gedauert, bis das Weibchen Eier getragen hat. Aber dieses dürfte auch von dem jeweiligen Weibchen abhängig sein, ob es evtl. etwas länger oder kürzer dauert. Es ist vollkommen normal, wenn das Weibchen ab diesem Zeitpunkt verschwindet und sich ein sicheres Versteck sucht.
Während sie Eier trägt, wird man sie kaum zu Gesicht bekommen, sie hält sich in der Regel in ihrem Versteck auf.
Nach ca. 3 – 4 Wochen (je nach Temperatur) werden dann die ersten Larven schlüpfen. Das Verlassen des Muttertieres ist recht unterschiedlich. Es kann einige Tage in Anspruch nehmen, bis wirklich alle Jungtiere das Weibchen verlassen haben.
Die Elterntiere stellen dem Nachwuchs nicht nach. Ich konnte bisher einmal beobachten, wie sich das Männchen ein frisch gehäutetes Jungtier geschnappt hat. Ich denke, dieses ist ihm regelrecht in die Scheren geschwommen. Bei mir sind von ca. 60 – 80 Jungtieren immer fast alle durch gekommen.
Der Nachwuchs wächst recht unterschiedlich heran. Ich habe Tiere die sind nach kurzer Zeit schon 5 cm groß und andere haben gerade mal 2 cm erreicht. Ich denke, dies liegt einmal am unterschiedlichem Schlupfzeitpunkt und die unterschiedliche Menge an Futter die aufgenommen wird.
Männchen lassen sich schlecht zusammen vergesellschaften, sie sind recht aggressiv untereinander. Wenn man aufgrund der enormen Vermehrungsrate kein Pärchen halten möchte, sollte man lieber einen Weiber-Trupp pflegen.




. Dachte ich ob ich nicht einen blauen Floridahummer in mein 60cm Aquarium setze? Meine Fragen: Kann man die Tiere auch alleine Halten? Wenn ja, reicht mein Becken? 






)
lustig 

. Ich habe das Aquarium leider sehr dunkel eingerichtet, weiß nicht ob das die Krebschen stören wird. Ich habe mir Morkienholz und einige Höhlen besorgt. Ist eine starke oder leichte Wasserbewegung angebracht?


).










Hallo Kerstin,
sehr schöner Bericht – wie immer .
Bei unseren P. alleni konnte ich beobachten, dass sie aktiv Fischen nachgestellt und sie gefangen haben. Manchmal lauern sie im Versteck und springen regelrecht auf den vorbei schwimmenden Fisch zu, ich habe aber auch schon gesehen, dass sie regelrecht hinterher laufen.