Zebrakrebs

von Kerstin | Allgemein | am 27. Jan 2007 | 0 Kommentare » | 9,600 views

cherax-zebra.jpg

Cherax sp. Zebra (cf. papuanus) – Zebrakrebs
Herkunft: Neu Guinea

Neue Bezeichnung: Cherax peknyi

Er hat sehr große Ähnlichkeit mit dem Cherax sp. “Tiger” (Tigerkrebs), der eine Form des Zebra’s ist. Der Tigerkrebs hat jedoch breitere Streifen und ist im Handel so gut wie nicht zu bekommen. Mit etwas Glück findet man einen Hobbyzüchter, der abgabefähige Tiere hat.

Man liest oftmals von einer Endgröße von bis zu 20 cm. Nach Aussage verschiedener Halter haben die Tiere bis zu 12 – 15 cm in deren Aquarien erreicht. Da darf man sich wohl überraschen lassen. Ich denke jedoch, die Endgröße spricht bei der Beckenwahl für sich. Für ein Pärchen braucht man sicherlich kein Becken unter 100 Litern einrichten. Auch wenn die Tiere relativ langsam wachsen und am Anfang doch mit ihren ca. 3 – 5 cm recht putzig aussehen, ist hier größer immer besser!

Geschlechtsunterschied

Das Geschlecht kann mit ca. 5 cm bestimmt werden. Die Weibchen haben am 3. Beinpaar eine Geschlechtsöffnung (Gonoporen), anders als z. B. bei Procambarus-Arten, hat das Männchen keine Begattungsgriffel sondern am 5. Beinpaar auch männliche Gonoporen (Dorn).

Die Scheren des Männchens sind wuchtiger und intensiver gefärbt.

Es gibt bei den Tieren sehr unterschiedliche Farbformen. Wie hier auf dem Bild einecherax_zebra_blau.jpg bläuliche. Da dieser Zebra jedoch erst ca. 4 cm groß ist, ist noch abzuwarten, wieviel Blauanteil erhalten bleibt. Hier gibt es einige unterschiedlich gefärbte Tiere.

Bei der Beckengestaltung braucht man sich selbst nicht so sehr viel Mühe geben. Die Krabbler übernehmen das schon ganz alleine. Nach der ersten Nacht war die komplette Wurzel untergraben und das Aquarium glich einem Maulwurffeld – überall kleine Kieshäufchen. Bei mir haben sie bisher noch keine einzige Pflanzen gefressen. Da die Tiere aber sehr gerne graben, schwimmen am Morgen schon mal einige Pflanzen an der Wasseroberfläche oder ein Blatt wurde abgeknippst.

zebra.jpg

Bei der Pflege verschiedener Krebsarten sollte penibel darauf geachtet werden, dass der Cherax an der Krebspest erkranken kann und dagegen nicht immun ist!

Man liest immer wieder, die Tiere seien eher nachtaktiv. Ich selbst habe dieses die ersten Wochen auch beobachten können und diese Aussage bestätigt, aber mittlerweile haben die Tiere sehr an Scheu verloren und sind sehr viel tagsüber unterwegs.

Kleiner Zwischenbericht nach ca. 4 Monaten

Nach ca. 4 Monaten bin ich immer noch begeistert von dieser Cherax-Art. Mittlerweile hat sich das Graben etwas reduziert, scheinbar haben die Tiere ihre “Wohnungen” nun fertig gestellt. Ich möchte hier noch den Hinweis geben, bei dieser Art (auch bei anderen stark grabenden Arten) sollte man mit Welshöhlen aus Ton (Steine, Schiefer) aufpassen. Die Tiere untergraben diese so sehr, dass sie unter Umständen auf den Glasboden des Aquarium fallen können. Hier sollte man also entsprechende Vorkehrungen treffen.

In dem 240er Becken leben die Zebra’s zusammen mit Amanogarnelen, Red Fire und Fächergarnelen. Hier kann ich keinerlei Ausfälle verzeichnen. Die Krebse verhalten sich recht friedlich, auch untereinander wird nicht sehr viel “gekämpft” – ab und zu mal die Scheren gehoben und die Höhle verteidigt, aber das war es dann auch schon. Den Tieren fehlen aufgrund von Auseinandersetzungen keine Scheren oder Beine, wie man es oftmals bei anderen Krebsarten beobachten kann.

Die Zebra’s sind mittlerweile recht tagaktiv. Zu Anfang sind sie meist aus ihren Höhlen gekommen, wenn das Licht aus war. Auf vielen Seiten wird die Art auch als recht nachtaktiv beschrieben und die Tiere würden tagsüber ihre Höhlen nur dann verlassen, wenn irgendwas nicht stimmen würde (zu wenig Versteckangebote oder Futtersuche). Jedoch sind meine Tiere jetzt, nach ca. 4 Monaten, sehr oft tagsüber zu sehen und ich behaupte, in den Becken dürfte alles in Ordnung sein.

Zu Anfang wollten sie nicht so recht fressen und ich habe einiges an Futtermöglichkeiten ausprobiert. Nun nehmen sie wirklich alles an Futter an. Verrückt sind sie nach Novo Crabs von JBL und Unterhaltung gibt es beim Verfüttern von Bachflohkrebsen. Über mehrere Tage sind sie damit beschäftigt, die Tiere zu fangen. Geschälte Salatgurke wird auch verputzt bis nichts mehr übrig bleibt. Laub sollte bei diesen Tieren auf keinen Fall fehlen, sie fressen Unmengen davon. Wenn ich neue Erlenzapfen ins Becken gebe, werden diese erst anvisiert und dann mit einen Sprung auf diese schnell zugegriffen, ab in die Höhle geschleppt und dort zum Teil gefressen.

Die Wurzeln werden zum Teil angefressen, ich werden demnächst versuchen Äste anzubieten. Aber hier muss ich mich noch schlau machen, welche Art Ast dafür geeignet ist.

exuvie_cherax.jpgGehäutet haben sich zwischenzeitlich alle vier Tiere ohne Probleme. Bei der letzten Häutung hatte ich mich erst erschrocken und dachte, ich hätte ein totes Tier im Becken (siehe Bild). So eine intakte Exuvie habe ich bisher noch bei keinen meiner Krebsarten aus dem Becken geholt. Das Kerlchen hatte sich aber auch gerade in diesem Moment gehäutet und es hatte noch niemand die Gelegenheit, die Exuvie auf- bzw. anzufressen (die abgestreifte Haut sollte grundsätzlich im Becken bleiben, sie enthält wichtige Nährstoffe und wird nach einiger Zeit von den Krebse aufgefressen).

Ich dünge wöchentlich mit Ferrdrakon – Eisenvolldünger, dieses schadet weder den Garnelen noch den Krebsen. Hier auch nochmals der Hinweis, in vielen Foren liest man immer wieder den Hinweis: “auf keinen Fall Dünger in Garnelen- oder Krebsbeckencherax_update.jpg anwenden!”. Das ist meiner Ansicht nach falsche Hysterie. Der Kupfergehalt in den meisten Düngern ist so gering, dass es hier keinerlei Probleme gibt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann einfach mit der Hälfte der empfohlenen Dosis beginnen und diese langsam erhöhen und die Tiere dabei beobachten.

Auf der Website von Dr. Andreas Kremser gibt es hier noch eine interessante Information zur Düngung in Wirbellosenbecken (nach unten scrollen).

Pflanzen haben sie bisher nicht großartig aufgefressen. Was sie zu Anfang gemacht haben, ist einige Pflanzen ausgegraben und die Wurzeln derer aufgefressen. Aber dieses haben sie nun auch längere Zeit nicht mehr gemacht. Naja, wenn eine Pflanze beim Umdekorieren der Höhle stört, dann wird sie schon mal auf Seite geschafft.

Ich halte die Tiere in dem Wasser, wie es aus meiner Leitung kommt. Also ohne verschneiden, wie ich es bei einigen Garnelenbecken mache. Die Werte meines Leitungswassers liegen bei GH 16, PH 8 und KH 6. Durch CO2 Zugabe pendelt sich der PH-Wert bei ca. 7,5 ein.

Das Becken ist sicherlich nicht mit einigen eurer Gesellschaftsbecken zu vergleichen. Es sieht darin eigentlich immer recht chaotisch aus. Pflanzen, bei denen die Wurzeln halb aus dem Kies schauen, angefressenes Laub im ganzen Becken verteilt und der Bodengrund sieht alles andere als “vorzeigefähig” aus. Aber darauf lege ich eigentlich auch keinen besonderen Wert, es ist halt ein Krebsbecken und da sind die Bewohner halt selbst für die Gestaltung zuständig.


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