Die Krebspest geht jeden Krebshalter etwas an!
Die Krebspest ist ein wichtiges Thema bei der Haltung von Krebsen. Leider wird im Fachhandel und in Online-Shops äußerst selten auf diese Problematik hingewiesen, oftmals sogar aus Unwissenheit der Händler.
Jutta war so nett und hat mir folgende Information zur Verfügung gestellt:
Die Krebspest ist ein Eipilz, der ausschliesslich Flußkrebse befällt. Sie ist für alle Flußkrebse der Welt zu 100% tödlich, ausser für nordamerikanische Krebse (Procambarus, Cambarellus etc.).
Die Krebspest wird durch nordamerikanische Krebse übertragen, die dagegen immun sind. Die nordamerikanischen Krebse tragen den Erreger eingekapselt und setzen diesen nach der Häutung in Massen frei. Aber auch während der normalen Phasen werden die Sporen freigesetzt, nur nicht in so großem Ausmaß.
Die Sporen sind bis zu 16 Tagen überlebensfähig. Sie bewegen sich mit Hilfe von Geißeln durch das Wasser und werden über Rezeptoren von einem neuen Wirt angezogen. Trifft die Spore auf einen Wirt, dringt sie in dessen Weichteile ein und wirft die Geißel ab. Handelt es sich bei dem Wirt nicht um einen Flußkrebs, verlässt sie diesen wieder und geht auf erneute Suche. Diesen Vorgang kann sie bis zu 4mal wiederholen, bevor sie abstirbt.
Die Sporen werden durch jegliche Wasseranhaftungen von einem Gewässer auf das nächste übertragen. Wasseranhaftung bedeutet: nasse Hände, Gerätschaften wie Käscher, Scheibenreiniger, Angeln u.s.w. Ebenso tragen Wasservögel und auf dem Wasser landende Insekten die Sporen in das nächste, von ihnen angeflogene Gewässer.
Wird ein Gewässer infiziert und es befindet sich dort eine Population von einheimischen Krebsen, so sterben diese innerhalb von 2 Wochen zu 100%. Infizierte Tiere zeigen innerhalb weniger Tage erste Symptome. Sie beginnen, sich ständig zu kratzen, vorzugsweise an den Scherengelenken und den Augen. Sie sind apatisch, schaukeln mit den Gliedmaßen und verlieren jeglichen Fluchtreflex. Nach ein paar weiteren Tagen verlieren sie Scheren und Beine und nach ca. 2 Wochen bricht der Pilz an Scherengelenken und Augen durch und der Krebs stirbt.








